Kennt sich jemand mit AED (automatischen externen Defibrillatoren) aus?

Frage von Jenny O: Kennt sich jemand mit AED (automatischen externen Defibrillatoren) aus?
Wir möchten in unseren Unternehmen einen AED bereitstellen.

Der Defibrillator sollte möglichst einfach zu bedienen sein, quasi ein Gerät für Leien (auch von ungeschulten Menschen zu benutzen sein), da wir viele Besucher in der Firma haben.

Wir beschäftigen u. a. Menschen die Herzkreislauf Probleme haben, einer hatte schonmal einen plötzlichen Herztod. Wir sehen mit der Anschaffung die Möglichkeit ein herzsicheres Arbeitsumfeld zu schaffen, ist da ein AED die richtige Wahl?

Beste Antwort:

Answer by Professoressa
Auf jeden Fall und gut sichtbarm erreichbar in der Firma aufhängen. Seht Euch mal bei Medtronic, Biotronik u.a Firmen um. Die bieten gute Geräte für jeden an.

Wissen Sie es besser? Antworten Sie in den Kommentaren!

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Dieser Beitrag ist vom 27.01.2012 um 08:49 und gespeichert in Herz-kreislaufprobleme. Sie können die Kommentare per RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen trackback setzen.

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2 Kommentare zu “Kennt sich jemand mit AED (automatischen externen Defibrillatoren) aus?”

Devi 27.01.2012 um 09:11

Mittlerweile gibt es ja schon an vielen öffentlichen Gebäuden diese Laien-AEDs. Daher spricht wohl nichts gegen eine Anschaffung.

Allerdings würde ich dann auch zu einer Schulung im Umgang mit dem Gerät raten – die wird durch den Hersteller auch angeboten!
Daneben sollte man auch eine übersichtliche Anleitung beim Gerät hinterlassen, z.b. als Plakat an der Wand darüber oder eine kleine Plastiktafel, die ans Gerät befestigt wird.

Für wichtiger halte ich aber eher einen Erste-Hilfe-Kurs. Notfälle können immer und überall auftreten und es ist nicht immer gleich ein Herzstillstand. Wie wärs mit einem Kurs für die Mitarbeiter?

Und es sollte natürlich ein Telefon in der Nähe sein, am besten mit groß und gut sichtbar notierten Notfallnummern.

bye

Bert 27.01.2012 um 09:23

JA, AUF JEDEN FALL!
Die Medica ist leider seit Samstag vorbei, dies wäre eine geeigneter Ort um sich ausführlich zu informieren. Ich hoffe ich kann trotzdem ein bisschen helfen.

Kurz zum Sinn und Zweck eines AED (Automatischer externen Defibrillator). Die Todesursache Nr. 1 in der westlichen Welt sind Herz-Kreislaufbeschwerden. Im Jahr 2006 starben etwa 160.000 Menschen am so genannten plötzlichen Herztod.
Dieses überraschende Schicksal zählt noch vor HIV und Krebs zu den häufigsten Todesursachen.
30% aller Arbeitsunfälle und Betriebsunfälle werden auf den plötzlichen Herztod zurückgeführt. 80% der 160.000 Opfer könnten durch eine Frühdefibrillation gerettet werden.

Eine Studie der American Heart Association (AHA) und des European Resuscitation Council (ERC) besagt, dass ein Patient mit plötzlichem Herzstillstand sofort defibrilliert werden muss, damit er nicht an Kammerflimmern stirbt. Je früher die Defibrillation einsetzt, desto besser sind die Überlebenschancen.

Frühdefibrillation ist genau das was ein AED macht.
Ziel ist es, medizinische Laien in die Lage zu versetzten das Herz des Patienten innerhalb kürzester Zeit wieder in einen normalen Rhytmus zu bringen und die überlebensnotwendige Sauerstoffversorgung des Gehirns zu sichern bis der Notarzt vor Ort ist.

Warum man einen AED braucht, wenn der Notarzt doch sowieso gerufen wird:
Im Falle des plötzlichen Herztodes sinkt die Überlebenschance des Patienten pro Minute um 7-10%. Ein Notarzt oder Krankenwagen benötigt in der Regel 7-10 Minuten bis er vor Ort ist. Mit höchster Wahrscheinlichkeit verstirbt der Patient auf dem Weg in Krankenhaus, wenn er nicht mit einem AED innerhalb der ersten Miunten behandelt wurde.

Worauf bei einem AED geachtet werden sollte:

Es gibt im AED Markt große Unterschiede, zuerst muss man sich klar werden warum ein AED angeschafft wird. Geht es nur darum einen AED zu haben, weil das QMS (Qualitäts-Management-System) einen empfiehlt oder wird ein AED aus Überzeugung angeschafft um Menschenleben zu retten und ein herzsicheres Umfeld zu schaffen?

Für den Fall das der AED aus Überzeugung angeschafft wird:

1. 100% Einsatzbereitschaft:
Ist der AED und ALLE Komponenten immer einsatzbereit?
Führt das Gerät TÄGLICH einen Selbsttest durch um folgende Komponenten
zu überprüfen und zeigt durch ein Lämpchen UND ein Tonsignal an ob
etwas nicht stimmt?
• Batterie: Vorhanden und genug Spannung?
• Elektroden: Vorhanden, Angeschlossen und Einsatzbereit?
• Technik und Software: alles einwandfrei?
(Vorsicht: Manche Hersteller geben an Ihr Gerät sei Einsatzbereit obwohl lediglich die Batterie geprüft wird, wichtig ist die Prüfung der Elektroden – da das verwendete Gel zu 90% aus Wasser besteht)

2. Wie viel Energie wird abgegeben?
Ein 17 jähriges Mädchen muss anders Behandelt werden als ein 110 Kilo schwerer, 50 jähriger Mann. Der AED sollte die individuelle Impedanz (Wiederstand) eines jeden Patienten messen und die Behandlungsintensität entsprechend berechnen. Soweit ich weiß kann das aber nur ein Gerät im Weltmarkt. (http://medispec-deutschland.de/html/kardiologie.html)

3. Einfache Handhabung und Rettungsanleitung.
Ein AED für Laien sollte ganz einfach funktionieren! Man darf den Stress, in der sich ein Ersthelfer befindet, nicht unterschätzen. Blinkenden Anzeigen, Display mit EKG Kurve, komplizierte Bildergeschichten etc. sollten absolut vermieden werden.
Im Idealfall behandelt das Gerät vollkommen automatisch – ohne einen Knopf zur Schockabgabe. Es gibt Fälle in denen der Patient gestorben ist, weil sich jemand nicht traute den rot blinkenden Knopf zu drücken. (Keine Angst: ein AED löst nur einen Schock aus wenn der Patient auch wirklich einen braucht).
Die Rettung sollte durch einfache klare Sprachanweisung angeleitet werden. Wichtig ist auch das das Gerät auf den Anwender “wartet” und nicht einfach ein Programm abspult, nicht jeder ist gleich schnell in seinen Handlungen.
Ist bei einem Patienten kein Schock notwendig, muss dennoch mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) angefangen werde, ebenso nach einer Schockabgabe.
Auch die HLW sollte durch klare Anweisungen und einen Rhytmus angeleitet werden.

4. Behandlung von Kindern.
Da der plötzlichen Herztod wirklich alle treffen kann, sollten auch Kinder mit einem
AED behandelt werden können. Hierzu gibt es dann z.B spezielle Elektroden.

5. Behandlung von SVT (SupraVentrikuläre Tachikardie)
Etwa 7% der Opfer des plötzlichen Herzodes haben eine sogenannte SVT, nicht alle
AED´s sind in der Lage diese auch zu behandeln.

Ich halte das Thema AED persönlich für sehr wichtig – alleine in meinem Umfeld sind
zwei Personen “plötzlich” gestorben. Ich denke wenn zu diesem Zeitpunkt ein AED in reichweite
gewesen wäre könnten diese Menschen noch leben, Enkel hätten noch Ihren Opa, eine Frau Ihren Mann etc.

Die Rechtschreibung unterliegt dem Urherbschutz :-)

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